🚀 © Erstellt von: Burkhardt Wenzel – xmental.de – Thema | Geo & SEO | TYPO3
Im ersten Teil ging es um den entscheidenden Unterschied zwischen klassischer Suchmaschinenoptimierung und Generative Engine Optimization: SEO hilft dabei, Inhalte zu finden. GEO soll dafür sorgen, dass Suchmaschinen und KI-Systeme die Inhalte, ihre Bedeutung und ihre Zusammenhänge verstehen.
Strukturierte Daten bilden dafür die technische Grundlage. Ein paar isolierte JSON-LD-Blöcke machen jedoch noch keinen Knowledge Graph. Entscheidend sind die Beziehungen zwischen Seiten, Leistungen, Themen, Projekten und häufig gestellten Fragen.
Genau hier spielt TYPO3 seine Stärke aus.
In klassischen CMS-Projekten werden Inhalte vor allem als Seiten betrachtet. Eine Seite erhält eine Überschrift, einen Text, einige Bilder und gegebenenfalls Metadaten für Suchmaschinen.
Für Besucherinnen und Besucher kann das vollkommen ausreichend sein. Maschinen erkennen darin jedoch zunächst nur ein Dokument. Sie wissen nicht automatisch:
Eine semantische TYPO3-Architektur löst diese Informationen deshalb aus dem reinen Seitentext heraus und verwaltet sie als eigenständige Datensätze.
Dazu gehören beispielsweise:
Diese Datensätze können anschließend mit einer oder mehreren Seiten verbunden und automatisch als strukturierte Daten ausgegeben werden.
Der Inhalt wird damit nicht mehr ausschließlich als Dokument gedacht, sondern als Teil eines Beziehungsnetzes.
Nehmen wir eine Kanzlei mit einer zentralen Seite zum Gesellschaftsrecht.
Die Seite selbst wird in den strukturierten Daten als WebPage beschrieben. Mit ihr verbunden sind verschiedene Leistungen, etwa:
Zusätzlich werden fachliche Themen zugeordnet:
Referenzierte Projekte, Publikationen oder FAQs können weitere Zusammenhänge herstellen.So entsteht nicht nur die Aussage: Diese Seite handelt von Gesellschaftsrecht. Das System kann darüber hinaus ausdrücken: Gesellschaftsrecht ist ein Beratungsbereich der Kanzlei. Dazu gehören bestimmte Leistungen, Fachbegriffe und Fragestellungen. Diese werden auf weiteren Seiten vertieft und durch konkrete Inhalte belegt.
Aus einer einzelnen Seite wird ein fachlich strukturiertes Themenfeld.
Für eine solche Architektur sollten die wichtigsten semantischen Einheiten als TYPO3-Records gepflegt werden.
Ein Service beschreibt eine konkrete Leistung des Unternehmens oder der Organisation.
Typische Felder sind:
Im JSON-LD kann daraus ein Service entstehen, der über provider mit der Organisation und über areaServed oder audience mit seinem Anwendungsbereich verbunden wird.
Topics bilden Fachthemen, Begriffe und inhaltliche Schwerpunkte ab. Sie können beispielsweise als DefinedTerm ausgegeben werden.
Wichtig ist dabei eine saubere Trennung der Felder. Nicht jedes intern gepflegte Feld sollte unverändert in das JSON-LD übernommen werden. Schema.org definiert für DefinedTerm unter anderem Eigenschaften wie name, description, termCode und inDefinedTermSet. Ein internes Keyword-Feld gehört dagegen nicht automatisch in die strukturierte Ausgabe.
Ein Topic kann beispielsweise so aussehen:
{
"@type": "DefinedTerm",
"@id": "https://www.beispiel.de/#topic-gesellschaftsvertrag",
"name": "Gesellschaftsverträge und Satzungen",
"description": "Rechtliche Grundlage für Beteiligungsverhältnisse, Zuständigkeiten und Entscheidungen innerhalb einer Gesellschaft.",
"inDefinedTermSet": {
"@id": "https://www.beispiel.de/#gesellschaftsrecht"
}
}
Synonyme und verwandte Suchbegriffe bleiben trotzdem wertvoll. Sie können intern als semantischer Kontext gepflegt und für die redaktionelle Arbeit, interne Suche oder KI-Kontextausgabe verwendet werden, ohne als unzulässige Schema.org-Eigenschaft zu erscheinen.
Projekte und Referenzen belegen, dass eine Leistung nicht nur angeboten, sondern tatsächlich erbracht wurde.
Ein Projekt kann mit folgenden Elementen verbunden sein:
Je nach Inhalt kann die strukturierte Ausgabe beispielsweise als CreativeWork, Project, Article oder ein spezifischerer Schema.org-Typ erfolgen.
Für GEO sind solche Nachweise besonders interessant. Sie verbinden abstrakte Kompetenz mit konkreter Erfahrung.
FAQs sollten ebenfalls als eigenständige Datensätze gepflegt werden. Dadurch lassen sie sich auf mehreren passenden Seiten einsetzen, ohne dieselbe Frage mehrfach verwalten zu müssen.
Eine FAQ wird dabei nicht nur einer Seite zugeordnet. Sie kann zugleich mit einer Leistung oder einem Topic verbunden sein.
Die Frage: Wann sollte ein Gesellschaftsvertrag überprüft werden? gehört beispielsweise zur Leistung »Gesellschaftsverträge und Satzungen« und zum übergeordneten Themenbereich »Gesellschaftsrecht«.
Diese Verbindung ist semantisch wertvoller als ein isolierter Akkordeontext am Ende einer Seite.
Beziehungen statt bloßer Wiederverwendung
Zentrale Records werden häufig zunächst eingeführt, um Inhalte mehrfach verwenden zu können. Das ist praktisch, greift aber zu kurz.
Der eigentliche Wert entsteht durch ihre Beziehungen:
Diese Verbindungen sollten sowohl intern im TYPO3-Backend als auch extern im JSON-LD nachvollziehbar sein. Dafür benötigt jedes semantische Objekt eine dauerhafte, eindeutige Kennung – normalerweise eine URL mit Fragment-ID:
www.beispiel.de
www.beispiel.de
www.beispiel.de
Taucht dasselbe Objekt an mehreren Stellen im JSON-LD auf, wird nicht jedes Mal ein neuer Datensatz erzeugt. Stattdessen verweisen die verschiedenen Elemente auf dieselbe @id. Genau dadurch entsteht ein Graph.
Alle semantischen Objekte einer Seite können innerhalb eines gemeinsamen @graph ausgegeben werden:
{
"@context": "https://schema.org",
"@graph": [
{
"@type": "LegalService",
"@id": "https://www.beispiel.de/#organization",
"name": "Beispiel Kanzlei"
},
{
"@type": "WebPage",
"@id": "https://www.beispiel.de/gesellschaftsrecht/#webpage",
"name": "Gesellschaftsrecht",
"about": {
"@id": "https://www.beispiel.de/#service-gesellschaftsrecht"
}
},
{
"@type": "Service",
"@id": "https://www.beispiel.de/#service-gesellschaftsrecht",
"name": "Beratung im Gesellschaftsrecht",
"provider": {
"@id": "https://www.beispiel.de/#organization"
}
}
]
}
Die Organisation, die Seite und die Leistung stehen nicht mehr unverbunden nebeneinander:
Diese Konsistenz ist wichtiger als möglichst viele Schema.org-Typen auf einer Seite.
Damit die semantische Struktur langfristig funktioniert, muss sie für Redakteurinnen und Redakteure verständlich bleiben.
Eine Landingpage kann deshalb Relationsfelder erhalten, über die passende Records ausgewählt werden:
Diese Werte sind keine starren Vorgaben. Sie helfen aber, Seiten nicht mit beliebigen Beziehungen zu überladen.
Auch für semantische Verknüpfungen gilt: Qualität ist wichtiger als Menge. Ein Topic sollte nur dann zugeordnet werden, wenn es auf der Seite tatsächlich behandelt wird. Ein Projekt sollte die genannte Leistung nachvollziehbar belegen. Eine FAQ muss die Suchintention der Seite sinnvoll ergänzen.
Das TYPO3-Backend wird damit zur redaktionellen Oberfläche des Knowledge Graphs.
Inhalte nur einmal definieren
Ein zentraler Vorteil dieser Architektur ist die konsistente Datenpflege.
Die Organisation wird einmal mit Name, Logo, Adresse, Kontaktinformationen, Profilen und Kernkompetenzen angelegt. Leistungen, Topics, Projekte und FAQs werden ebenfalls zentral verwaltet.
Auf den einzelnen Seiten werden anschließend nur noch die passenden Beziehungen ausgewählt.
Dadurch lassen sich typische Probleme vermeiden:
Ändert sich eine zentrale Information, kann sie an allen verbundenen Stellen einheitlich aktualisiert werden.
Was Suchmaschinen und KI-Systeme daraus ableiten können
Ein solcher Graph garantiert nicht, dass eine Website in einer KI-Antwort genannt oder besonders hervorgehoben wird. Er schafft aber bessere Voraussetzungen dafür, Inhalte korrekt einzuordnen.
Maschinen erhalten deutlichere Hinweise darauf:
GEO bedeutet deshalb nicht, möglichst viel zusätzliches JSON-LD zu erzeugen. Es bedeutet, fachliche Zusammenhänge so eindeutig und konsistent abzubilden, dass Menschen, Suchmaschinen und KI-Systeme dieselbe inhaltliche Struktur erkennen können.
Der Knowledge Graph beginnt dabei nicht erst bei Google oder einer generativen Suchmaschine. Er beginnt im Content-Modell des eigenen TYPO3-Projekts.
Im dritten und letzten Teil geht es darum, wie dieser Graph technisch erzeugt, validiert und weiterentwickelt wird – vom automatischen JSON-LD-Rendering über Vorschau und Fehlerprüfung bis zum AI Context Layer.